On Microdrama | 🎭 Warum Hochkant-Serien gerade explodieren
Hey Leute, 😊
während das klassische lineare Fernsehen mit sinkenden Marktanteilen kämpft, explodiert ein Markt, den viele hierzulande noch als Nische abtun: Mikrodramen und Micro Shows. Elf Milliarden USD Umsatz wurden laut einer aktuellen Omdia-Studie im Jahr 2025 in diesem Bereich umgesetzt. Zum Vergleich: Das ist rund ein Drittel des weltweiten Umsatzes aller Kinokassen im selben Zeitraum. Dass neun Milliarden davon in China entstehen, zeigt nicht etwa die Irrelevanz für uns, sondern der Blick in unsere eigene Zukunft.
Warum mich das gerade massiv beschäftigt? Weil sich hier die Art, wie wir Geschichten konsumieren und wie Marken kommunizieren, fundamental verschiebt. Mikrodramen sind keine „kleinen Werbeclips“. Es sind hochkant produzierte, episodische Serien (60 bis 180 Sekunden), die auf maximale Bindung getrimmt sind. In China geben User für diese Kurzformate bereits mehr Geld aus als wir für all unsere Streaming-Abos zusammen – teils bis zu 80 Euro im Monat via Pay-per-View.
Der Business Case ist für Medienschaffende hocheffizient:
Die Produktionskosten liegen bei unter 2.000 Euro pro Minute. Zum Vergleich: Ein klassischer 90-Minüter im TV schlägt mit rund 16.000 Euro pro Minute zu Buche. Dieser enorme Preisvorteil entsteht nicht durch „billig“, sondern durch radikal agile Drehs und den essenziellen Einsatz von KI an verschiedensten Stellen im Produktionsprozess. Nur so lassen sich bis zu 80 Episoden in wenigen Tagen produzieren und parallel für verschiedene Märkte lokalisieren.
Dass das Thema jetzt die nächste Stufe zündet, zeigten auch die Insights der OMR vorletzte Woche. Philipp Westermeyer und Roland Eisenbrand identifizierten Micro Shows im „State of the Internet“ als den entscheidenden Trend. Die Logik dahinter: Nur noch 7 % der Instagram-Inhalte stammen von abonnierten Accounts, der Rest ist algorithmisches Entertainment.
Die Folge? Marken müssen selbst zu Entertainern werden.
Ob Starbucks mit eigenem Studio oder die DB mit „Boah Bahn“ (Anke Engelke im Stromberg-Stil) – Branded Entertainment wird zum Synonym für Entertainment. Wer nur die x-te „Workplace Comedy“ kopiert, geht unter. Der neue Weg lautet: Denken in TV-Formaten.
Die beiden zeigten beeindruckende Cases, wie Marken klassische Genres auf den Handy-Screen schrumpfen:
- Dating-Shows: Die Restaurantkette Cava lässt Singles über Bowls flirten.
- Sitcoms: Das Fintech Bilt produziert eine Gen-Z-Variante von „Friends“.
- Reality TV: Cozy Earth feiert mit „Bed-alling“ Millionen-Erfolge.
Und für wen das nach zu viel Hollywood klingt: Die „Workplace Documentary“ funktioniert auch mit kleinem Besteck. Ein Käseladen aus Beverly Hills generiert mit simplen Beratungsvideos 300 Millionen Views. In Deutschland zeigt ein Rasurfachladen aus Lübeck, was das wirtschaftlich bedeutet: Mit dem Format „Ein Tag im Laden“ haben sie ihren Umsatz mal eben versechsfacht.
Meine These: Erfolgreich werden nicht die klassischen, schwerfälligen Produktionshäuser sein, deren Strukturen zu starr für die Geschwindigkeit der Plattformen sind. Gewinnen werden die, die Platform-Native Storytelling beherrschen und den Algorithmus als Co-Autor verstehen. Es ist die Stunde der Creators und agiler Medienmacher:innen, die Inhalte direkt für den Feed konzipieren.
Wenn ihr wissen wollt, wie eure Brand zum Showrunner wird – lasst uns schnacken!
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Viel Spaß beim Lesen.
eure Sarah & das HitchOn-Team
Das ist Microdrama
Wenn ihr verstehen wollt, was ein Microdrama ist, guckt euch gerne unseren
dazu an. Das Video hat unser Team mit dem Einsatz von verschiedenen KI-Tools konzipiert und produziert.
Wenn ihr wissen wollt, ob so ein Video auch für eure Organisation möglich ist, nehmt gerne Kontakt mit unserem KI-Produzenten Marius Szynalski auf.
3 Kennzahlen zum Micro-/Vertical Drama
1. Weltmarktvolumen: ~11 Mrd. USD (2025)
Der globale Markt für Micro-/Vertical Drama hat bereits ein Volumen von rund 11 Milliarden US-Dollar erreicht (davon entfallen allein 9 Mrd. US-Dollar auf den chinesischen Markt) und soll 2026 auf etwa 16 Milliarden USD wachsen. Besonders China und die USA treiben die Entwicklung massiv voran.
Quellen: Real Reel, MedienNetzwerk Bayern, DWDL
2. 77 % Social-Video-Nutzung bei 14–29-Jährigen in Deutschland
Die starke Nutzung kurzer mobiler Videoformate zeigt, warum Vertical Drama in Deutschland enormes Wachstumspotenzial hat. Junge Zielgruppen konsumieren Inhalte zunehmend mobil, schnell und seriell statt klassisch linear oder über lange Streaming-Formate.
Quelle: MedienNetzwerk Bayern
3. Produktionskosten: Vertical Dramas kosten oft nur 2–10 % einer klassischen TV-Serie
Vertical Dramas sind im Vergleich zu klassischen TV- und Streamingproduktionen extrem kosteneffizient. Sie benötigen häufig nur rund 2–10 % des Budgets einer traditionellen Serie und können gleichzeitig deutlich schneller produziert werden. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für skalierbares, datengetriebenes Storytelling mit geringerem finanziellem Risiko.
Quelle: OMR
Social Storytelling Trends
„Großer Preis des Mittelstandes“: nominiert und eine Runde weiter
HitchOn x re:publica 2026
Nach der OMR ist vor der re:publica und auch wir sind wieder am Start.
Unser COO Moritz Meyer moderiert in diesem Jahr die Podiumsdiskussion „Demokratisierung der Medien oder Content-Kapitalismus: Was wird aus der Creator Economy?“.
Gemeinsam mit den Branchenkenner:innen Stefanie Lefeldt, Jeanette Okwu, Robin Blase und Adil Sbai geht er der Frage nach, welchen Einfluss die Creator Economy auf Medien, Gesellschaft und uns hat.
Wann? Mittwoch, 20. Mai 2026 von 17.30 bis 18.30 Uhr
Wo? Stage 5
Kommt gerne vorbei oder verabredet euch mit unseren Kollegen Moritz und Sebastian Killinger vor Ort.
Mehr Infos zum Panel bekommt ihr hier.
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